Auf einen Blick

Ausgerechnet die kleine Diözesanstadt Rottenburg kann sich mit eine der großen Domsingschulen der Bundesrepublik schmücken, der Domsingschule Rottenburg mit ihren 350 Mitgliedern. Singen ist in der relativ jungen Bischofs-, aber alten Römerstadt ein ganz besonderes Hobby, ein exklusives Vergnügen, aber mehr noch: Es gehört ebenso zum alltäglichen Leben mit dazu. Kinder und Jugendliche kommen in Scharen, denn sie müssen sich vor ihren Klassenkameraden nicht genieren, wenn man in einem kirchlichen Chor singt, ganz im Gegenteil: Man ist stolz darauf.

Drei Chöre zählt die Domsingschule in Rottenburg. Der älteste ist der Rottenburger Domchor, dessen erster Domkapellmeister 1828 genau einen Tag vor der Einsetzung des ersten Bischofs der neu gegründeten Diözese in sein Amt eingeführt wurde. Damit wurde ein zuvor nie genau zu bestimmendes Ensemble zum Kathedralchor der Bischofsstadt. Der Chor der Rottenburger Domsingknaben entstand 1960 auf Initiative des damaligen Domkapellmeisters Harald Kugler durch Ausbau einer seit 1959 bestehenden Knaben-Choralschola. Der junge Chor entwickelte sich unter seiner Leitung in den folgenden Jahren durch konsequente Aufbauarbeit zu einem leistungsfähigen und vielseitigen Klangkörper. Ehefrau Wiltrude Kugler rief 1972 – nach Würzburg war Rottenburg der zweite Bischofssitz, der einen Mädchenchor gründete – die Mädchenkantorei des Rottenburger Domes ins Leben. Die somit jüngste Chorgruppierung der Domsingschule ist mit derzeit 240 Mitgliedern auch die größte.

Die Hauptaufgabe der Chöre ist die regelmäßige Gestaltung der sonntäglichen Domgottesdienste. Darüber hinaus führen die Chöre regelmäßig Konzerte und Konzertfahrten durch, gestalten Gottesdienste in anderen Kathedralen und Kirchengemeinden, übernehmen musikalische Aufgaben bei diözesanen Veranstaltungen, nehmen an Chortreffen und Wettbewerben teil und gehen einmal im Jahr auf eine Chorfreizeit. Die Zusammenarbeit mit musikalischen Kooperationspartnern wie beispielsweise den Musikhochschulen in Rottenburg, Karlsruhe und Trossingen, sowie die regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Landestheater Tübingen sorgen für viele interessante und anspruchsvolle Aufgaben auch außerhalb der regulären Aufgaben und somit für ein abwechslungsreiches Chorleben.

Die Domsingschule ist in Trägerschaft der Diözese Rottenburg-Stuttgart und fällt in den Geschäftsbereich des Domdekans Weihbischof Dr. Johannes Kreidler. Die musikalische Leitung der Domsingschule obliegt Domkapellmeister Prof. Frank Leenen. Er ist gleichzeitig Leiter des Rottenburger Domchores und der Mädchenkantorei des Rottenburger Domes. Chorleiter bei den Rottenburger Domsingknaben ist Domkantor Peter Lorenz. 

Mit dem Umzug in die neue Domsingschule im Januar 2000 kooperiert die Domsingschule mit dem Musischen Internat Martinihaus.

Die musikalische Arbeit der drei Chöre der Domsingschule erstreckt sich auf die Erarbeitung von Chorwerken aller Stilepochen, von der alten bis zur modernen Kirchenmusik. Entsprechend dem Alter der einzelnen Chorgruppen wird passende Chorliteratur für die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ausgewählt. Entsprechend den Instruktionen durch die Liturgiekonstitution des 2. Vatikanischen Konzils steht die Sorge um die Erhaltung des gesamten Schatzes der klassischen Kirchenmusik im Mittelpunkt der täglichen Arbeit.


Chöre und Chorgruppen der Domsingschule Rottenburg auf einen Blick

Rottenburger Domchor Rottenburger Domsingknaben Mädchenkantorei des Rottenburger Domes
Leitung: Frank Leenen, Domkapellmeister Leitung: Peter Lorenz, Kantor Leitung: Frank Leenen, Domkapellmeister
Gründung: 1828 Gründung: 1960 Gründung: 1972
     
  Chorgruppen:
 Vorschola
 Nachwuchschor
 Aufbauchor
 Konzertchor
 Kantoren
 Mutanten
 Männerstimmen
Chorgruppen:
 Vorschola
 Nachwuchschor
 Aufbauchor
 Konzertchor
 Kammerchor
     
Choralschola    
Leitung: Professor Bernhard Schmid und Domkantor Peter Lorenz    
Männerschola