Mädchenkantorei des Rottenburger Domes
Der Chor ist mit derzeit 170 Sängerinnen im Alter zwischen 6 und 20 Jahren die mitgliederstärkste Chorgruppierung der Domsingschule Rottenburg. Zusammen mit Domchor und Domsingknaben gestaltet die Mädchenkantorei die Kirchenmusik am Rottenburger Dom. Gegründet wurde die Mädchenkantorei 1972 von Wiltrude Kugler. Seit 1990 liegt die Leitung in Händen von Domkapellmeister Frank Leenen. Stimmbildung, je nach Alter in großen oder kleinen Gruppen bis zum Einzelunterricht, erteilt Doris Schmid.
Der Chor wird in 5 verschiedene Altersgruppen unterteilt: Vorschola, Nachwuchschor, Aufbauchor, Konzertchor und Kammerchor. Gottesdienste, Konzerte und Chortreffen sind die vorrangigen Betätigungsfelder der Mädchenkantorei. Renommierte Auftritte charakterisieren eine anspruchsvolle Chorarbeit: Einladungen u.a. bei den Regensburger Domspatzen, bei der Dommusik der Städte Fulda, Hildesheim, Köln, Limburg, Mainz, München, Würzburg und Paderborn. Konzertreisen nach Finnland, Bulgarien, Frankreich, Italien und Österreich ergänzen das Programm und führen den Chor an bedeutende Plätze: Im Rahmen der Sommertournee 2001 sangen die Mädchen u.a. im „Hamburger Michel“, im „Hamburger Dom“ und in St. Marien in Lübeck. In den Osterferien 2002 war der Chor in Rom und verband damit eine zwölftägige Italien-Tournee in die Städte Rom, Teramo, Treviso, Desio und Mailand. Ein Höhepunkt seit Bestehen des Chores war 2005 eine Reise nach Indien, wo die Sängerinnen die Städte Bombay, Pune und Goa besuchten und in Konzerten und Gottesdiensten auftraten. Im Rahmen der Herbsttournee 2006 war der Chor in Deutschland unterwegs, mit Konzerten und Gottesdiensten im Trierer Dom, in der Basilika in Prüm sowie in den Städten Montabaur und Mayen. Im Herbst 2007 sang der Chor Konzerte und Evensongs in berühmten Kathedralen Englands: in Cambridge, Ely und Bury St. Edmunds. Als besondere Auszeichnung ist anzusehen, dass die Rottenburger Mädchenkantorei als erster deutscher Mädchenchor eingeladen ist, das Adventskonzert beim Bundespräsidenten im Jahre 2008 im Schloss Bellevue in Berlin zu singen.
Der Chorleiter
Prof. Frank Leenen, geboren 1950, studierte an der Musikhochschule Freiburg Schulmusik und Kirchenmusik (A). Schon vor Abschluss seines Studiums spezialisierte er sich auf das Fach Chorleitung und hielt Dirigierkurse beim "Internationalen Arbeitskreis für Musik". Auch später, als Bezirkskantor der Region Breisgau-Hochschwarzwald mit Dienstsitz in Hinterzarten, betätigte er sich als Chorleitungsdozent im Rahmen zahlreicher Fortbildungsveranstaltungen der Erzdiözese Freiburg. Besonders lag ihm die Chorleiterberatung in Literaturfragen am Herzen. 1981 übernahm er für fast 10 Jahre die Leitung des "Freiburger Motettenchores". Durch die Arbeit mit diesem Ensemble konnte er sich ein umfangreiches Repertoire aneignen, das Werke aller Epochen der Musikgeschichte, aber auch manche unentdeckte Rarität enthielt. 1982 übernahm er einen Lehrauftrag für Chorleitung an der Musikhochschule Karlsruhe, den er auch heute noch innehat. Im Jahre 1990 wurde er zum Domkapellmeister nach Rottenburg berufen.
Auszeichnung für Domkapellmeister Frank Leenen:
Frank Leenen, Domkapellmeister von Rottenburg, wird von der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe der Professorentitel verliehen. Die Hochschule zeichnet damit Leenens vielfältiges Wirken als Chorleiter, bzw. als Chorleitungslehrer aus.
Frank Leenen unterrichtet seit 25 Jahren an der Karlsruher Musikhochschule. Er bildet hauptsächlich Gymnasiallehrer im Fach Chorleitung aus, vielfach gehören aber auch Kirchenmusiker und Hauptfachstudenten zu seinem Betreuungsgebiet. Die Hochschule anerkennt damit die spezifischen Leistungen, die sich aus jahrelanger Erfahrung, besonders aber auch aus der Verbindung von Lehre und Praxis ergeben. Leenen leitet seit 1990 die Domsingschule Rottenburg und hat diese mit über 500 Chormitgliedern zum bundesweit größten Institut seiner Art geführt. Studenten der Hochschule profitieren von dieser Tätigkeit durch die Möglichkeit der Hospitation, der Literaturberatung und der Beratung in praxisbezogenen Chorleitungsfragen. Einsatzmöglichkeiten geistlicher Chormusik auf dem Hintergrund eines erneuerten Liturgieverständnisses ist eines seiner Spezialgebiete.

