Der Rottenburger Domchor

Der Rottenburger Domchor wurde im Jahre 1828, also mit der Entstehung der Diözese Rottenburg, gegründet. Er ist somit die älteste Chorgruppierung neben den anderen Chören der Domsingschule. Im Wechsel mit den Rottenburger Domsingknaben und der Mädchenkantorei des Rottenburger Domes übernimmt er die musikalische Gestaltung der Gottesdienste im Dom St. Martin. Zu seinen Aufgaben zählt ferner die Mitwirkung bei diözesanen Anlässen und Jubiläen. 2004 übernahm der Domchor im Rahmen des 95. Deutschen Katholikentages, zusammen mit den Domsingknaben und der Mädchenkantorei, die Eröffnungsveranstaltung auf dem Münsterplatz in Ulm und wurde eingeladen, eines der vier Oratorien des Katholikentages zu singen. Zu Beginn des Jahres 2005 hat der Domchor, ebenfalls mit den Jugendchören am Dom, eine CD mit Werken von Komponisten aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart als Auftragswerk aufgenommen.

Als Kathedralchor der Diözese Rottenburg-Stuttgart obliegt dem Domchor in besonderem Maße die Pflege der gesamten abendländischen Kirchenmusikliteratur. So werden nicht nur die gängigen Epochen praktiziert, sondern auch Gregorianik, mittelalterliche Mehrstimmigkeit, unbekannte Werke aller Epochen sowie Werke der Moderne. In Konzerten innerhalb und außerhalb der Diözese wird unter anderem auch der oratorische Bereich abgedeckt und ein hoher Standard der Rottenburger Dommusik repräsentiert.

So gehört auch die regelmäßige Eröffnung der „Internationalen Festtage geistlicher Chormusik“ mit einem Oratorium zu den Aufgaben des Chores.

Der Chorleiter

Prof. Frank Leenen, geboren 1950, studierte an der Musikhochschule Freiburg Schulmusik und Kirchenmusik (A). Schon vor Abschluss seines Studiums spezialisierte er sich auf das Fach Chorleitung und hielt Dirigierkurse beim "Internationalen Arbeitskreis für Musik". Auch später, als Bezirkskantor der Region Breisgau-Hochschwarzwald mit Dienstsitz in Hinterzarten, betätigte er sich als Chorleitungsdozent im Rahmen zahlreicher Fortbildungsveranstaltungen der Erzdiözese Freiburg. Besonders lag ihm die Chorleiterberatung in Literaturfragen am Herzen. 1981 übernahm er für fast 10 Jahre die Leitung des "Freiburger Motettenchores". Durch die Arbeit mit diesem Ensemble konnte er sich ein umfangreiches Repertoire aneignen, das Werke aller Epochen der Musikgeschichte, aber auch manche unentdeckte Rarität enthielt. 1982 übernahm er einen Lehrauftrag für Chorleitung an der Musikhochschule Karlsruhe, den er auch heute noch innehat. Im Jahre 1990 wurde er zum Domkapellmeister nach Rottenburg berufen.

 

Auszeichnung für Domkapellmeister Frank Leenen

Frank Leenen, Domkapellmeister von Rottenburg, wird von der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe der Professorentitel verliehen. Die Hochschule zeichnet damit Leenens vielfältiges Wirken als Chorleiter, bzw. als Chorleitungslehrer aus.

Frank Leenen unterrichtet seit 25 Jahren an der Karlsruher Musikhochschule. Er bildet hauptsächlich Gymnasiallehrer im Fach Chorleitung aus, vielfach gehören aber auch Kirchenmusiker und Hauptfachstudenten zu seinem Betreuungsgebiet. Die Hochschule anerkennt damit die spezifischen Leistungen, die sich aus jahrelanger Erfahrung, besonders aber auch aus der Verbindung von Lehre und Praxis ergeben. Leenen leitet seit 1990 die Domsingschule Rottenburg und hat diese mit über 500 Chormitgliedern zum bundesweit größten Institut seiner Art geführt. Studenten der Hochschule profitieren von dieser Tätigkeit durch die Möglichkeit der Hospitation, der Literaturberatung und der Beratung in praxisbezogenen Chorleitungsfragen. Einsatzmöglichkeiten geistlicher Chormusik auf dem Hintergrund eines erneuerten Liturgieverständnisses ist eines seiner Spezialgebiete.